Taille-Hüft-Verhältnis berechnen

Der BMI sagt, wie viel du wiegst. Nicht, wo dieses Gewicht sitzt. Fett am Bauch gilt unabhängig vom Gesamtgewicht als eigenes Signal, weshalb derselbe BMI von 27 bei zwei Menschen zwei ganz verschiedene Bilder beschreiben kann, und das billigste Instrument, um sie auseinanderzuhalten, ist ein Maßband aus der Schublade. Trag unten Taille, Hüfte und Größe ein — wir berechnen alle drei Maße und deinen Zieltaillenumfang.

Zieltaille

89cm

Die Hälfte deiner Größe · 9 cm bis dahin

Taille98 cmErhöhtes RisikoGrenze 94 / 102 cm
Taille / Hüfte0,94Hohes RisikoGrenze 0,90
Taille / Größe0,55Erhöhtes RisikoGrenze 0,50 / 0,60
  • FettverteilungApfeltyp
  • Über der WHO-Grenze4 cm

Apfeltyp — das Fett sitzt vor allem am Bauch

Mindestens ein Maß liegt über seiner GrenzeDer Taillenumfang ist keine Diagnose, sondern ein Signal: Bauchfett wird unabhängig vom Gesamtgewicht mit dem Stoffwechselrisiko in Verbindung gebracht. Auch wenn dein Gewicht normal wirkt, lohnt es sich, ein Maß über der Grenze mit einer Fachperson zu besprechen.
Deine Maße in FitDex verfolgen

Der Taillenumfang bekommt seine Bedeutung im Verlauf, nicht in der Einzelmessung: einmal im Monat unter gleichen Bedingungen zu messen, sagt weit mehr als ein einzelner Wert. FitDex hält deine Maße neben deinem Gewichts- und Kalorienverlauf.

So misst du Taille und Hüfte

Sämtliche Grenzwerte dieser Seite wurden für eine bestimmte Messmethode festgelegt; legst du das Maßband anderswo an, ist die Zahl mit ihnen nicht mehr vergleichbar. Da zwei Zentimeter Abweichung jemanden von einem Risikobereich in den nächsten schieben können, zählt hier die Methode mehr als die Rechnung.

  • Taille: die Mitte zwischen der untersten Rippe und der Oberkante des Hüftknochens. Nicht der Bauchnabel — seine Lage ist von Mensch zu Mensch verschieden und er ist nicht die Messung, auf der die Grenzwerte beruhen.
  • Miss am Ende einer normalen Ausatmung; zieh den Bauch nicht ein und halte die Luft nicht an. Beides verkleinert die Zahl um einige Zentimeter.
  • Das Maßband soll parallel zum Boden liegen, die Haut berühren, aber nicht eindrücken. Miss nicht über dicker Kleidung.
  • Hüfte: an der breitesten Stelle messen, mit geschlossenen Füßen und gleichmäßig auf beide Füße verteiltem Gewicht.
  • Miss immer zur selben Tageszeit, damit die Werte vergleichbar bleiben — morgens nüchtern ist am beständigsten. Im Tagesverlauf kann die Zahl um einige Zentimeter schwanken.

Wie wird gerechnet?

Das Taille-Hüft-Verhältnis ist der Taillenumfang geteilt durch den Hüftumfang. Beim Beispielkörper: 98 ÷ 104 = 0,94. Die Grenze der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 0,90 für Männer und 0,85 für Frauen; darüber gilt es als bauchbetonte Adipositas. Die Grenzen unterscheiden sich nach Geschlecht, weil der Hüftumfang bei Frauen von Natur aus größer ist, was den Nenner vergrößert und denselben Taillenumfang zu einem niedrigeren Verhältnis führt als beim Mann; eine einzige gemeinsame Grenze würde Bauchfett bei Frauen systematisch zu selten anzeigen.

Der Taillenumfang ist außerdem für sich genommen ein Maß, mit zwei Stufen: Bei Männern gelten 94 cm als erhöhtes und 102 cm als deutlich erhöhtes Risiko; bei Frauen liegen dieselben Grenzen bei 80 und 88 cm. Diese Zahlen sagen nicht dasselbe wie das Verhältnis — wachsen Taille und Hüfte gemeinsam, kann das Verhältnis gleich bleiben, während das absolute Maß die Grenze überschreitet.

Das dritte Maß ist Taille zu Körpergröße: Taille ÷ Größe. Die Grenze liegt für beide Geschlechter bei 0,5 — die Taille soll weniger als die halbe Körpergröße betragen —, und weil dieses Maß nicht nach Geschlecht getrennt wird, lässt es sich zwischen Bevölkerungsgruppen bequemer übertragen als die beiden anderen. Über 0,6 gilt als hohes Risiko. Beim Beispielkörper: 98 ÷ 178 = 0,55. Über der gesunden Linie, unter der Hochrisikolinie.

Die Zieltaille ergibt sich aus diesem dritten Maß, denn nur es liefert ein konkretes Ziel: Größe × 0,5. Im Beispiel 178 × 0,5 = 89 cm, und die Differenz zum aktuellen Maß beträgt 9 cm. Die anderen beiden Maße sagen „bleib unter der Grenze", dieses sagt „geh auf diese Zahl herunter".

Das schlechteste der drei Maße bestimmt das Gesamtergebnis. Zu mitteln wäre falsch, denn dass zwei Maße gut ausfallen, hebt das Signal des dritten nicht auf, und das arithmetische Mittel der drei ergäbe eine Zahl, die in keiner Untersuchung eine Entsprechung hat. Beim Beispielkörper ist das Taille-Hüft-Verhältnis hoch, die anderen beiden erhöht. Das Gesamtergebnis lautet hoch.

Die Messmethode wiegt schwerer als die Rechnung, denn zwei Zentimeter Abweichung können jemanden von einem Risikobereich in den nächsten schieben. Die Taille wird in der Mitte zwischen unterster Rippe und Oberkante des Hüftknochens gemessen, am Ende einer normalen Ausatmung; die Hüfte an ihrer breitesten Stelle. Die ausführliche Anleitung steht unten auf der Seite.

So liest du dein Ergebnis

Der Beispielkörper zeigt genau, warum alle drei Maße nötig sind. Das Taille-Hüft-Verhältnis liegt mit 0,94 über der Grenze; der Taillenumfang liegt mit 98 cm im erhöhten Bereich, aber unter der zweiten Grenze von 102; Taille zu Größe liegt mit 0,55 über der gesunden und unter der Hochrisikolinie. Eine Seite, die nur den Umfang betrachtet, sagte „mittel"; eine, die nur das Verhältnis betrachtet, „hoch". Beides sind unvollständige Antworten.

Welches Maß am schlechtesten ausfällt, ist von Mensch zu Mensch verschieden — und genau das ist eine Information. Sind Taille und Hüfte gemeinsam gewachsen, bleibt das Verhältnis normal, während Taille zu Größe steigt; hat sich das Fett vor allem am Bauch gesammelt, sticht das Verhältnis hervor. Zu beobachten, welches Maß sich beim Abnehmen zuerst bessert, zeigt, woher die Veränderung kommt.

Die Zieltaille ist kein Gewichtsziel. Der Umfang kann bei unverändertem Gewicht sinken, und er kann stehen bleiben, während das Gewicht fällt. Deshalb sagt es mehr, Waage und Maßband gemeinsam zu verfolgen, als eines von beiden allein — besonders bei jemandem, der trainiert, denn dort presst die Waage zwei verschiedene Veränderungen in eine Zahl.

Apfel und Birne sind eine Kurzform für die Verteilung, kein Etikett. Fett am Bauch und Fett an Hüften und Oberschenkeln ergeben nicht dasselbe Stoffwechselbild; Bauchfett wird als eigenes Signal bewertet. Diese Verteilung ist weitgehend genetisch — „sich für die Birne zu entscheiden" ist also nicht möglich, den Taillenumfang zu verkleinern hingegen schon.

Ob ein Maß knapp unter oder knapp über einer Grenze landet, bedeutet nicht zwei verschiedene Situationen. Der Unterschied zwischen 0,89 und 0,91 kann durch eine Verschiebung von einem Zentimeter entstehen; deshalb nennt das Werkzeug den schmalen Bereich um die Grenze „ausgewogen". Ein Ergebnis nahe der Linie ist als Warnmarke zu lesen, nicht als feste Einstufung.

Eine Messung ist ein Ausgangspunkt. Die eigentliche Information steckt im Verlauf. Einmal im Monat mit derselben Methode zur selben Tageszeit zu messen sagt weit mehr als ein einzelner Wert, denn der Taillenumfang schwankt im Tagesverlauf durch Essen und Blähungen um einige Zentimeter, sodass zwei zu verschiedenen Uhrzeiten genommene Werte in Wahrheit zwei verschiedene Dinge gemessen haben.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte das Taille-Hüft-Verhältnis sein?

Die Weltgesundheitsorganisation zielt bei Männern auf unter 0,90 und bei Frauen auf unter 0,85; darüber wird es als bauchbetonte Adipositas eingestuft. Die Grenzen unterscheiden sich nach Geschlecht, weil der Hüftumfang bei Frauen von Natur aus größer ist. Dieses Verhältnis allein reicht aber nicht: Wachsen Taille und Hüfte gemeinsam, kann es gleich bleiben — deshalb berechnet das Werkzeug auch Taillenumfang und Taille zu Größe.

Mein BMI ist normal, aber mein Bauchumfang liegt über der Grenze. Worauf soll ich hören?

Sie beantworten unterschiedliche Fragen, und keines hebt das andere auf. Der BMI misst das Gewicht im Verhältnis zur Größe; wo dieses Gewicht sitzt, weiß er nicht. Der Taillenumfang misst die Ansammlung am Bauch direkt, und diese Ansammlung gilt unabhängig vom Gesamtgewicht als eigenes Signal. Ein normaler BMI bei gleichzeitig überschrittenem Taillenumfang kommt vor, und dann ist der Taillenumfang das Maß, an dem man ansetzt. Nutze beide Seiten zusammen: Der BMI liefert die Summe, dieses Werkzeug die Verteilung.

Wie schnell geht der Bauchumfang zurück?

Wir nennen hier keine Anzahl Tage, weil sie von Mensch zu Mensch verschieden ist und eine solche Zahl schlicht erfunden wäre. Sagen lässt sich: Der Bauchumfang bewegt sich nicht im selben Tempo wie das Gewicht. Es gibt Phasen, in denen die Waage stillsteht und das Maßband kleiner wird, und Phasen, in denen es umgekehrt ist. Deshalb ist monatliches statt wöchentliches Messen sinnvoller, und beide Werte gehören zusammen betrachtet: Im Wochenabstand verschwindet die echte Veränderung unter den Tagesschwankungen.

Kann ich nicht einfach am Bauchnabel messen?

Kannst du, aber die Zahl ist dann nicht mit den Grenzwerten dieser Seite vergleichbar. Diese Grenzwerte stammen aus Messungen an einem bestimmten Punkt: der Mitte zwischen unterster Rippe und Oberkante des Hüftknochens. Die Lage des Bauchnabels ist von Mensch zu Mensch verschieden und verschiebt sich mit dem Gewicht — sie liefert also weder zwischen Personen noch über die Zeit hinweg einen verlässlichen Bezug. Um die eigene Veränderung zu verfolgen, taugt die Messung am Nabel trotzdem, solange du jedes Mal denselben Punkt nimmst und sie nicht mit den Grenzwerten vergleichst.

Passende Rechner

Dieser Rechner dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Sprich mit einer Fachperson, bevor du deine Ernährung dauerhaft umstellst.