Nährwertkennzeichnung prüfen
Vorn auf der Packung steht ein Wort, hinten eine Tabelle. Ob beide zusammenpassen, ist messbar: „fettarm" ist keine Marketingfloskel, sondern heißt bei festen Produkten unter drei Gramm pro 100, und weil diese Grenze in der EU-Verordnung als Zahl steht, entscheidet über das Wortversprechen nicht die Diskussion, sondern die Rechnung. Trag unten die Tabelle von der Rückseite ein — wir rechnen aus, welche Angaben das Produkt tragen darf, welche Farbe vier Nährstoffe bekommen und wie viele Kalorien die ganze Packung hat.
Pro Portion
15 g · Portionen je Packung: 26,7
Die Portion im Verhältnis zur täglichen Referenzmenge
- Energie4,0 %
- Zucker9,4 %
- Gesättigte Fettsäuren7,9 %
- Salz0,3 %
- Ganze Packung2.156 kcal · 108 %
Du musst dasselbe Produkt nicht nach jedem Einkauf neu eintippen: Scanne in FitDex den Barcode, dann ist das Etikett einmal gespeichert und an den folgenden Tagen genügt die Portionsauswahl.
Welche Angaben darf dieses Produkt tragen?
Jede Formulierung auf der Packungsvorderseite — „fettarm", „proteinreich" — hat eine Zahlenbedeutung, und wenn die Werte sie nicht erfüllen, darf sie nicht gedruckt werden. Die Zeilen unten sind die Schwellen aus dem Anhang der EU-Verordnung 1924/2006, verglichen mit der von dir eingetragenen Tabelle.
| Angabe | Schwelle | Status |
|---|---|---|
| Brennwertarm | ≤ 40 kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Fettarm | ≤ 3,0 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Fettfrei | ≤ 0,5 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Arm an gesättigten Fettsäuren | ≤ 1,50 g · ≤ 10% kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Frei von gesättigten Fettsäuren | ≤ 0,1 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Zuckerarm | ≤ 5,0 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Zuckerfrei | ≤ 0,5 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Natriumarm | ≤ 0,3 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Sehr natriumarm | ≤ 0,1 g | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Ballaststoffquelle | ≥ 3 g · ≥ 1,5 g/100 kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Hoher Ballaststoffgehalt | ≥ 6 g · ≥ 3 g/100 kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Eiweißquelle | ≥ 12% kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
| Hoher Proteingehalt | ≥ 20% kcal | Darf sie tragenDarf sie nicht tragen |
Ampelschwellen
Diese Schwellen bestimmen die Farbe der vier Abzeichen oben; Quelle ist der britische Leitfaden zur Kennzeichnung auf der Vorderseite. Die Flüssigkeitsspalte ist halb so hoch wie die feste, denn niemand trinkt 100 Gramm eines Getränks. Bei Portionen über 100 Gramm gelten zusätzlich rote Schwellen je Portion: 21 g Fett, 6 g gesättigte Fettsäuren, 27 g Zucker, 1,8 g Salz.
| Lebensmittel | Niedrig (fest) | Hoch (fest) | Niedrig (flüssig) | Hoch (flüssig) |
|---|---|---|---|---|
| Fett | ≤ 3,0 g | > 17,5 g | ≤ 1,5 g | > 8,8 g |
| Gesättigte Fettsäuren | ≤ 1,5 g | > 5,0 g | ≤ 0,8 g | > 2,5 g |
| Zucker | ≤ 5,0 g | > 22,5 g | ≤ 2,5 g | > 11,3 g |
| Salz | ≤ 0,30 g | > 1,50 g | ≤ 0,30 g | > 0,75 g |
Auch die täglichen Referenzmengen sind fest, und die auf Etiketten gedruckten Prozentwerte stammen aus diesen Teilern: Energie 2.000 kcal · Fett 70 g · Gesättigte Fettsäuren 20 g · Kohlenhydrate 260 g · Zucker 90 g · Eiweiß 50 g · Salz 6 g. Das ist keine Empfehlung, sondern ein gemeinsamer Nenner: ein fester Teiler, damit Etiketten untereinander vergleichbar sind. Dein eigener Bedarf ergibt sich nicht hieraus.
Wie wird gerechnet?
Die Zahlen, die du einträgst, stammen aus der Spalte pro 100 Gramm (bei Flüssigkeiten pro 100 Milliliter), und das Werkzeug macht daraus drei Spalten: pro 100 Gramm, deine Portion und die ganze Packung. Die dritte steht auf keiner Verpackung — dabei ist sie die Zahl für alle, die das Glas in einer Woche leeren. Im Beispielprodukt sind 15 Gramm 81 Kalorien; das ganze 400-Gramm-Glas 2.156.
Die Angabenprüfung stützt sich auf die Schwellen im Anhang der EU-Verordnung 1924/2006. Jede der dreizehn Angaben hat eine Zahlenbedeutung — „fettarm" sind bei Festem 3 Gramm pro 100, „proteinreich" heißt mindestens 20 % der Energie aus Eiweiß — und deine Tabelle wird einzeln damit verglichen. „Reduziert" und „leicht" fehlen in der Liste, weil beide mindestens 30 % weniger gegenüber einem Vergleichsprodukt verlangen und sich aus einem einzelnen Etikett nicht messen lassen.
Die Ampelfarben kommen aus dem britischen Leitfaden zur Kennzeichnung auf der Vorderseite und betreffen vier Nährstoffe: Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Die Schwellen für Flüssigkeiten sind halb so hoch wie die für Festes, denn niemand trinkt 100 Gramm eines Getränks. Bei Portionen über 100 Gramm gelten zusätzlich rote Schwellen je Portion — sie können eine Ampel nur auf Rot stellen, nie umgekehrt: Grün lässt sich nicht durch eine kleinere Portion erreichen.
Die Stimmigkeitszeile vergleicht die aufgedruckte Energie mit der aus den Makros berechneten: 4 Kalorien je Gramm Eiweiß und Kohlenhydrat, 9 bei Fett, 2 bei Ballaststoffen. Im Beispiel ergibt die Rechnung 533 Kalorien gegenüber den angegebenen 539; 1,1 % Abstand liegen im Rundungsbereich. Der Hinweis erscheint erst über 5 %.
Nach Transfetten wird nicht gefragt, weil sie in der EU nicht deklariert werden müssen. Die Schwelle „arm an gesättigten Fettsäuren" betrachtet gesättigte und Transfette zusammen; da dieses Werkzeug nur die gesättigten zählen kann, rechnet die Prüfung zugunsten des Produkts. Salz wird als Salz abgefragt, nicht als Natrium — genau so, wie es auf dem Etikett steht; die 0,12 Gramm Natrium der Verordnung entsprechen 0,3 Gramm Salz.
Die Prozentwerte entstehen durch Teilen durch die Referenzmengen: 2.000 Kalorien, 70 Gramm Fett, 20 Gramm gesättigte Fettsäuren, 90 Gramm Zucker, 6 Gramm Salz. Das ist keine Empfehlung, sondern ein gemeinsamer Nenner: feste Teiler, damit Etiketten untereinander vergleichbar sind, und deshalb bleiben sie an einem Tag mit 1.500 Kalorien dieselben wie an einem mit 3.000. Dein eigener Kalorienbedarf ergibt sich nicht hieraus. Er ergibt sich aus dem Kalorienrechner.
So liest du dein Ergebnis
Lies zuerst die Spalte pro 100 Gramm, nicht die Portionsspalte. Die Portion wählt der Hersteller, und eine kleine Portion lässt jedes Produkt harmlos aussehen: im Beispiel sind 15 Gramm 81 Kalorien — eine Zahl, die für sich nichts sagt. Dasselbe Produkt hat 539 Kalorien pro 100 Gramm, und dort zeigt sich seine Farbe.
Sieh dann auf die Packungszeile, die Zahl, die du sonst nirgends findest. Das 400-Gramm-Glas enthält 2.156 Kalorien, 108 % der Tagesreferenz, verteilt auf 26,7 Portionen. Wer dieses Glas in einer Woche leert, packt jeden Tag 308 Kalorien aufs Frühstück.
Die in der Angabentabelle als „darf sie tragen" markierten Zeilen sind die Wörter, die das Produkt rechtlich auf die Packung drucken dürfte. Das Beispielprodukt hat genau eines: natriumarm. Dass die einzige zutreffende Angabe bei drei roten Ampeln ausgerechnet das Salz betrifft, zeigt, wozu Angaben da sind: Eine Angabe kann stimmen und das Produkt trotzdem nicht gut machen, denn der Hersteller druckt genau jene der dreizehn Schwellen auf die Vorderseite, die er schafft, und erwähnt die verfehlten nie. Das Wort auf der Vorderseite ist die einzige Achse, auf der das Produkt gut dasteht.
Sieh dir die Zeilen nahe einer Schwelle genau an. Mit 0,107 Gramm Salz verfehlt das Beispiel „sehr natriumarm" um 0,007 Gramm. Das ist kein Zufall. Rezepturen landen meist knapp unter oder knapp über einer Schwelle, weil die Schwelle eine Marketinggrenze ist und ein eingespartes Zehntelgramm das Recht auf ein neues Wort auf der Packung kauft, was es zu einer billigen Investition macht. Der Unterschied zwischen zwei Produkten im selben Regal ist manchmal ein Zehntelgramm.
Erscheint der Stimmigkeitshinweis, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder steckt ein Tippfehler in der Tabelle — häufiger, als man denkt — oder ein Teil der Kohlenhydrate sind Polyole, also Zuckeralkohole mit 2,4 statt 4 Kalorien je Gramm, die diese Rechnung zu hoch ansetzt. Das Zweite ist bei zuckerfreien Kaugummis und Diätschokolade normal; dort ist der Hinweis Information, kein Fehler.
Geprüft werden die auf dem Etikett gedruckten Zahlen, nicht das Produkt selbst. Zusatzstoffe, Süßungsmittel, der Verarbeitungsgrad und die Frage, wie satt eine Portion macht, stehen außerhalb dieser Tabelle. Das Werkzeug misst das Messbare und tut nicht so, als messe es den Rest.
Häufige Fragen
Mein Etikett hat zwei Spalten — welche trage ich ein?
Trag die Spalte pro 100 Gramm ein (bei Flüssigkeiten pro 100 Milliliter); diese Spalte ist EU-weit Pflicht und steht auf jeder Packung. Die zweite zeigt Werte pro Portion, und da der Hersteller die Portion wählt, lassen sich damit keine Produkte vergleichen. Die Portion trägst du ohnehin separat ins Formular ein, und das Werkzeug rechnet diese Spalte für dich neu. Die falsche Spalte einzutragen ist der wahrscheinlichste Fehler auf dieser Seite und verschiebt das gesamte Ergebnis.
Auf der Packung steht „fettarm", das Werkzeug sagt aber, sie darf es nicht.
Drei Möglichkeiten. Am häufigsten hast du die falsche Spalte eingetragen — Werte pro Portion sind kleiner als die pro 100 Gramm, damit passen die Schwellen nicht. Zweitens kann das Wort auf der Packung außerhalb dieser Verordnung liegen: „leicht" und „fettreduziert" verlangen mindestens 30 % weniger gegenüber einem Vergleichsprodukt und stehen deshalb nicht auf der Liste. Drittens kann die Angabe einer Nicht-EU-Regel folgen. Was das Werkzeug sagt, ist eng und genau: Die eingetragenen Zahlen erreichen die EU-Schwelle nicht.
Ist die Ampel in meinem Land Pflicht?
Nein. Die Ampel stammt aus dem freiwilligen britischen Leitfaden für die Vorderseite; in der EU ist sie nicht Pflicht und auf vielen Packungen gar nicht zu sehen. Sie wird hier verwendet, weil ihre Schwellen öffentlich und zahlenmäßig sind und ein Produkt auf einen Blick einordnen. Ein rotes Licht heißt nicht „nicht essen", sondern „davon ist viel pro 100 Gramm drin, achte auf die Häufigkeit". Die Farbe ist eine Skala, kein Verbot.
Mein Etikett hat keine Ballaststoffzeile — was trage ich ein?
Lass es auf null. Ballaststoffe müssen in der EU nicht deklariert werden — der Hersteller druckt sie freiwillig, und beim Beispielprodukt fehlen sie. Das Feld leer zu lassen hat zwei Folgen: Die Angaben „Ballaststoffquelle" und „ballaststoffreich" werden naturgemäß nicht erfüllt, und die Stimmigkeitsrechnung kann die Kalorien der Ballaststoffe nicht mitzählen, sodass die berechnete Energie etwas zu niedrig ausfällt. Bei einem ballaststoffreichen Produkt sind das nur wenige Kalorien und bleibt unter der 5-%-Grenze.
Passende Rechner
- Lebensmittel-Tausch-RechnerWas bringt es, etwas durch eine leichtere Alternative gleichen Gewichts zu ersetzen? 80 Lebensmittel, mit deiner eigenen Portion gerechnet. Der Unterschied: Tausche, die Kalorien senken, ohne Eiweiß und Ballaststoffe zu senken, werden extra markiert.
- Tassen-in-Gramm-RechnerTassen, Löffel, Scheiben, Handvoll — alles in Gramm und Kalorien. Der Unterschied: Jedes Lebensmittel wird mit seiner eigenen Dichte gerechnet, denn eine Tasse ist ein Volumen, kein Gewicht. Dasselbe 200-ml-Glas fasst 6,6 g Popcorn und 282 g Honig.
- Makro-RechnerRechne dein Kalorienziel in Gramm Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett um. Wir nennen das verwendete Verhältnis und die Gründe dafür, statt fertige Vorlagen ohne Erklärung anzubieten.
- Mahlzeiten-Teller-RechnerKalorienziel und Eiweiß-Untergrenze eingeben und die Gramm für alle vier Zonen des Tellers erhalten. Der Rechner läuft rückwärts: Du gibst die Summe vor, er löst die Gramm auf. Er zeigt außerdem, wie viel Platz für die Beilage bleibt, wenn die Eiweißquelle wechselt.
Dieser Rechner dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Sprich mit einer Fachperson, bevor du deine Ernährung dauerhaft umstellst.