Koffein-Rechner
Bei Koffein lautet die Frage nicht wie viel, sondern wann. Weil der Körper die Hälfte einer Dosis erst in etwa fünf Stunden abbaut, sind zwei Espressi am Nachmittag gegen Mitternacht immer noch eine halbe Tasse, und in der Tagessumme taucht davon nichts auf. Trag unten ein, was du heute getrunken hast, und deine Schlafenszeit — wir rechnen aus, was übrig bleibt und wann dein nächster Kaffee spätestens sein darf.
Beim Zubettgehen noch im Körper
0,7 Tassen Filterkaffee · Halbwertszeit 5 Stunden
- Heute insgesamt aufgenommen268 mg
- Höchste Einzeldosis126 mg
- 4 Stunden nach dem Zubettgehen37 mg
- 8 Stunden nach dem Zubettgehen21 mg
Koffein ist keine Zahl für sich: Derselbe Kaffee macht auf nüchternen Magen einen anderen Tag als nach dem Essen. Trägst du deinen Kaffee in FitDex zusammen mit den Mahlzeiten ein, siehst du beides nebeneinander.
Koffein je Portion
Die folgenden Werte gelten je Portion; die Zeilen für Kaffee, Tee und Cola stammen aus den vielzitierten Portionsangaben des USDA. Der schwankendste Eintrag der Liste ist türkischer Kaffee: Mahlgrad, Wasseranteil und Zeit im Kännchen verändern das Ergebnis spürbar, deshalb steht hier ein mittlerer Wert.
| Getränk | Koffein | Rest zur Schlafenszeit |
|---|---|---|
| Filterkaffee (240 ml) | 95 mg | 63 mg |
| Espresso (30 ml) | 63 mg | 42 mg |
| Türkischer Kaffee (60 ml) | 65 mg | 43 mg |
| Instantkaffee (240 ml) | 62 mg | 41 mg |
| Entkoffeinierter Kaffee (240 ml) | 2 mg | 1 mg |
| Schwarzer Tee (240 ml) | 47 mg | 31 mg |
| Grüner Tee (240 ml) | 28 mg | 18 mg |
| Cola (330 ml) | 32 mg | 21 mg |
| Energydrink (250 ml) | 80 mg | 53 mg |
| Zartbitterschokolade (30 g) | 24 mg | 16 mg |
Die dritte Spalte zeigt ein einziges Szenario: Das Getränk wurde drei Stunden vor dem Zubettgehen getrunken, die Halbwertszeit beträgt fünf Stunden. Trägst du oben deine eigenen Uhrzeiten ein, ändert sich die Zahl entsprechend. Grenzwerte: täglich 400 mg · auf einmal 200 mg · in der Schwangerschaft, täglich 200 mg · unsere Schlafschwelle 50 mg.
Wie wird gerechnet?
Die ganze Rechnung ist eine Gleichung: Rest = aufgenommen × 0,5^(vergangene Stunden ÷ Halbwertszeit). Die Halbwertszeit ist die Zeit, die der Körper braucht, um die Hälfte einer Dosis abzubauen. Am Beispieltag sind zwei Espressi um 13:00 Uhr 126 mg; bei Schlafenszeit 23:00 Uhr sind das 10 Stunden, also zwei Halbwertszeiten, und es bleiben 31,5 mg.
Die Halbwertszeit steht als Auswahl da, nicht als einzelne Zahl: 3, 5 oder 7 Stunden. Das ist die bei gesunden Erwachsenen berichtete Spanne, und der Unterschied ist individuell — Rauchen verkürzt sie, Schwangerschaft und die Pille verlängern sie deutlich. Den Mittelwert als einzige Wahrheit zu zeigen, würde langsame Verstoffwechsler genau in die falsche Richtung führen.
Der exponentielle Abfall hat eine nützliche Eigenschaft: Er ist gedächtnislos. Weil die Menge zur Schlafenszeit reicht, um Mitternacht und Morgen zu berechnen, und die Getränke dafür nicht erneut summiert werden müssen, ergeben sich die Zeilen „4 Stunden nach dem Zubettgehen" und „8 Stunden" aus einer einzigen Multiplikation. Die Vorgeschichte zählt nicht mehr.
Das Koffein je Portion stammt aus einer festen Tabelle: Filterkaffee 95 mg, Espresso 63 mg, schwarzer Tee 47 mg, Energydrink 80 mg. Türkischer Kaffee ist der schwankendste Eintrag — Mahlgrad, Wasseranteil und Zeit im Kännchen verändern das Ergebnis spürbar; hier steht ein mittlerer Wert.
Zwei Sicherheitsgrenzen kommen von der EFSA: Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 mg pro Tag und bis zu 200 mg auf einmal als unbedenklich; in der Schwangerschaft liegt die Tagesgrenze bei 200 mg. Das sind Sicherheitszahlen, keine Schlafzahlen — auch ein Tag weit unter 400 mg kann eine Nacht ruinieren.
Die Stunde des „letzten Kaffees" beantwortet eine andere Frage: Wie spät darf eine Tasse Filterkaffee noch sein, damit zur Schlafenszeit unter 50 mg übrig sind? Der Weg von 95 mg auf 50 mg dauert bei fünf Stunden Halbwertszeit 4 Stunden und 38 Minuten — wer um 23:00 Uhr ins Bett geht, bekommt also 18:22. Diese Uhrzeit ist unabhängig davon, was du heute getrunken hast, denn die Frage ist es auch: „Wenn ich noch einen Kaffee trinke, wie spät darf er sein?"
So liest du dein Ergebnis
Der Beispieltag zeigt, warum die Tabelle nicht reicht. Die Summe liegt bei 268 mg. Das ist deutlich unter der Tagesgrenze von 400 mg und keine Warnung erscheint, trotzdem stecken beim Zubettgehen noch 64 mg im Körper, gut zwei Drittel einer Tasse. Wer nur auf die Tagessumme sieht, hält den Tag für unbedenklich; die Zahl, die den Schlaf bestimmt, ist aber nicht die Summe, sondern diese 64 mg.
Der Anteil des Morgenkaffees am Abend ist kleiner als gedacht, der des Nachmittagskaffees größer. Im Beispiel bleiben vom Filterkaffee um 08:00 Uhr nur 12 mg bis zur Schlafenszeit, während 31,5 mg von den zwei Espressi um 13:00 Uhr und 20 mg von einem einzigen Tee um 17:00 Uhr kommen, sodass mehr als die Hälfte der Abendlast aus den Nachmittagsgetränken stammt. Den Kaffee VORZUVERLEGEN ist für die meisten leichter und wirksamer, als weniger zu trinken.
Sieh dir an, was beim Wechsel der Halbwertszeit passiert. Derselbe Tag endet bei langsamem Stoffwechsel (7 Stunden) mit deutlich mehr Koffein zur Schlafenszeit und bei schnellem (3 Stunden) mit deutlich weniger. „Kaffee macht mir nichts" und „eine Tasse und ich liege wach" können beide stimmen; ein großer Teil des Unterschieds steckt in dieser Zahl.
Die Zeilen für Mitternacht und Morgen zeigen noch etwas: Koffein verzögert nicht nur das Einschlafen, es ist mitten in der Nacht noch da. Im Beispiel sind es um 03:00 Uhr noch 37 mg. Ein Drittel Tasse. Um drei Uhr nachts. Wer problemlos einschläft und trotzdem unausgeruht aufwacht, findet die Erklärung womöglich in dieser Zeile.
Die 50-mg-Schwelle ist unsere Komfortlinie, keine gesetzliche Grenze. Sie entspricht etwa einer halben Tasse Filterkaffee und soll einen vergleichbaren Bezugspunkt geben, nichts verbieten. Deine eigene Schwelle kann niedriger liegen; wer empfindlich reagiert, verlegt die „letzte Stunde" auf dieser Seite sinnvollerweise ein bis zwei Stunden nach vorn.
Schlaf ist nicht die einzige Wirkung von Koffein, aber die messbarste. Es entsteht Toleranz: Weil bei regelmäßigem Konsum die Wachheitswirkung nachlässt, die Wirkung auf den Schlaf jedoch nicht im gleichen Maß, kann der Abendkaffee, den man mit dem Gefühl „das macht mir nichts mehr" trinkt, die Nacht weiterhin verkürzen. Das Gefühl verschwindet, die Wirkung nicht.
Häufige Fragen
Wann sollte ich den letzten Kaffee trinken?
Eine für alle gültige Uhrzeit gibt es nicht; die Antwort hängt von Schlafenszeit und Stoffwechsel ab. Bei mittlerer Halbwertszeit (5 Stunden) braucht eine Tasse Filterkaffee 4 Stunden und 38 Minuten, um unter 50 mg zu fallen — wer um 23:00 Uhr ins Bett geht, bekommt also 18:22 Uhr. Bei 7 Stunden Halbwertszeit übersteigt dieselbe Rechnung sechseinhalb Stunden und die letzte Stunde rutscht in den Nachmittag. Der Kasten oben zeigt diese Uhrzeit mit deinen eigenen Angaben.
Woher weiß ich, welche Halbwertszeit für mich gilt?
Genau sagt es nur eine Blutmessung, aber es gibt praktische Hinweise. Rauchen beschleunigt den Koffeinabbau; Schwangerschaft und östrogenhaltige Verhütungsmittel verlangsamen ihn deutlich, ebenso eine Lebererkrankung. Trifft nichts davon zu, beginne mit dem Mittelwert von 5 Stunden. Besser ist ein Versuch: Trink eine Woche lang deinen letzten Kaffee zu der Uhrzeit, die diese Seite nennt; ändert sich deine Einschlafzeit nicht, gehörst du womöglich zur langsamen Seite — stell die Halbwertszeit auf 7 Stunden und lies die Uhrzeit erneut.
Ich bleibe unter 400 mg am Tag — das passt doch?
Für die Sicherheit ja, für den Schlaf nicht unbedingt. Die 400 mg der EFSA sind die Tagesaufnahme, bei der bei gesunden Erwachsenen keine nachteilige Wirkung erwartet wird; über den Schlaf sagen sie nichts. Der Beispieltag auf dieser Seite zeigt genau das: 268 mg insgesamt, klar unter der Grenze — und trotzdem 64 mg zur Schlafenszeit. Die beiden Zahlen beantworten zwei verschiedene Fragen: die Summe betrifft die Sicherheit, der Rest den Schlaf.
Ist entkoffeinierter Kaffee wirklich koffeinfrei?
Nein — „entkoffeiniert" heißt nicht null. In einer Tasse bleiben typischerweise etwa 2 mg, ungefähr ein Vierzigstel von normalem Kaffee. Für den Schlaf ist diese Menge praktisch bedeutungslos: Sie liegt ohne jedes Warten schon unter der 50-mg-Schwelle. Wer aber abends mehrere Tassen trinkt, kommt trotzdem nicht auf null — trägst du sie in die Liste ein, zählt das Werkzeug sie mit.
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Dieser Rechner dient nur zur Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Sprich mit einer Fachperson, bevor du deine Ernährung dauerhaft umstellst.